Stellinger Deckel


A7-Sperrungen in Stellingen

mal nicht wegen dem A7-Ausbau

Die Autobahn A7 in Stellingen wird wieder mal am 12. Juni 2016 teilweise gesperrt, diesmal aber nicht wegen des Autobahnausbaus. Wie jedes Jahr wird ein Motorradgottesdienst im Hamburger Michel veranstaltet. Wieder kommen Tausende Motorradfahrer zur Hauptkirche St. Michaelis und fahren danach durch Hamburg zur Autobahneinfahrt Stellingen, um auf der A7 weiter nach Kaltenkirchen zu fahren. Bei so vielen sind Verkehrseinschränkungen nicht zu vermeiden.

 

Motorradgottesdienst, Schaulustige auf Wördemanns WegZuschauer des Motorradkonvois auf der A7 Brücke des Wördemanns Wegs

 

Schon vormittags wird die Ludwig-Erhard-Straße als Parkplatz für Zweiräder zwischen Holstenwall und Rödingsmarkt voll gesperrt. Bei zu viel Andrang wird die Sperrung auch auf die Willy Brand Straße ausgedehnt. Wenn sich der Motorradkonvoi mit bis zu 30000 Teilnehmern ab 14:00 Uhr vom Michel aus in Bewegung setzt, geht Richtung Stellingen auf der Karolinenstraße, Schäferkampsalle, Fruchtalle und Kieler Straße bis Stellingen auch nichts mehr. Die Richtungsfahrbahn nach Norden wird ab ca. 13:30 bis 16:30 Uhr voll für den übrigen Verkehr gesperrt. Nur die Motorradfahrer dürfen dann ab Stellingen auffahren. Zwischen Schnelsen Nord und Bad Bramstedt wird auch die Gegenrichtung nach Süden voll gesperrt werden. Durch Schaulustige auf der Gegenfahrbahn kam es in den letzten Jahren immer wieder zu gefährlichen Situationen, die in diesem Jahr verhindert werden sollen.

 

Motorradfahrer auf der A7 in StellingenDer Motorradkonvoi auf der Autobahn A7 in Stellingen

 

In Kaltenkirchen ist nicht nur das Abschlussfest. Ab 10:00 Uhr wird der Gottesdienst auf einer Leinwand übertragen. Es findet das Fest „Mogo – das Fest, Hamburg zwei“ statt“, mit einer Info-Meile, Livemusik, Stunt-Shows und Moderation.

Wegen der Behinderungen hat die Polizei am Sonntag (8:30 – 15:30 Uhr) unter 040 / 428 65 65 65 ein Info-Telefon eingerichtet. Der Veranstalter ist ab 6 Uhr unter 0170 50 67 277 erreichbar.

(Die Bilder sind aus einem vergangenem Jahr, noch ohne A7-Baustellen)

 

Weitere Informationen:

www.hamburg.de/mogo/

www.mogo.de/mogo-hamburg.html

www.abendblatt.de/hamburg/hamburg-mitte/article207670429/Die-A-7-wird-fuer-den-Motorradgottesdienst-voll-gesperrt.html

www.radiohamburg.de/Nachrichten/Hamburg-aktuell/Verkehr/2016/Juni/Bahn-Bus-Strassensperrungen-Alle-Verkehrsinfos-zum-Motorradgottesdienst-2016

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Bauarbeiten für den Stellinger Deckel

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Die Vorarbeiten für den Stellinger Deckel haben unübersehbar begonnen. Es fing im März 2016 mit Arbeiten auf dem Standstreifen Richtung Norden an, er wurde ausgebessert und neu asphaltiert. Dann wurden Markierungen für schmalere Fahrstreifen aufgebracht. In Fahrtrichtung Norden verschoben sich die Fahrstreifen seitwärts bis auf den Standstreifen und in Richtung Süden wurde seit dem 22. April ein Fahrstreifen ab der Brücke Niendorfer Gehege auf die Gegenfahrbahn geführt, das ein Abfahren aus der Ausfahrt Stellingen von da aus nicht mehr möglich war. Die restlichen Fahrstreifen Richtung Süden wurden eingeengt zur Autobahnmitte verlegt, sodass am Fahrbahnrand ein breites Baufeld entstand.

Bauarbeiten 1 Bauarbeiten 2

Links die ersten Fahrbahnmarkierungen auf dem ausgebesserten Standstreifen und auf dem rechten Bild die jetzt auf die Gegenfahrbahn verschwenkte Fahrspur nach Süden.

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Dann begann der Abriss der vorhandenen Lärmschutzmauer zwischen Wördemanns Weg und Ausfahrt Stellingen vor der Kocksiedlung mit hohen Hebebühnen und Kränen von der Autobahn aus. Dahinter entstanden provisorische Lärmschutzwände vor den Wohnhäusern der Kocksiedlung. Diese Wände haben helle Oberflächen und lassen in der oberen hälfte durch Milchglas auch das Sonnenlicht durch. Ganz anderes, als viele Pessimisten jahrelang befürchteten, die fürchteten, ein Leben im dunkeln wie im Keller fristen zu müssen.

 

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Die provisorische 6 Meter hohe Lärmschutzwand schützt die Häuser während des A7-Ausbaus vor dem Bau- und dem Verkehrslärm. Die oberen 3 Meter sind durchscheinend, damit es trotz der Höhe nicht dunkel wird.

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Gleichzeitig wurde auf der gegenüberliegenden Autobahnseite die vorhandene Lärmschutzmauer neben der Wördemanns Weg Brücke abgerissen. Hier soll sich zukünftig das Betriebsgebäude des Stellinger Tunnelbauwerks befinden. Bis dahin wird hier erst einmal das Widerlager für die einspurige bauzeitliche Behelfsbrücke gebaut. Die großen Bohrer sind weithin sichtbar.

 

Bauarbeiten 5Neben der A7 ist an der Ecke Wördemanns Weg und Theodor Schäfer Damm wurde schon ein Teil der alten Lärmschutzmauer entfernt und den Platz befestigt. Der große Bohrer soll die Löcher für das Widerlager für die bauzeitliche Behelfsbrücke bohren. Am 29. April wurde hier der Bau des Stellinger Deckels feierlich begonnen.

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Da der Geländestreifen an der Oberkante der Stützmauer hinter der provisorischen Lärmschutzwand zu schmal für Baumaschinen ist, wurde von der Autobahnseite auf der Fahrbahn daneben eine Bohrebene aufgeschüttet und befestigt.

 

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Die alte Lärmschutzmauer auf der Stützwand neben der Autobahn wird mit Kränen von der Autobahn aus demontiert. Durch die schmaleren Fahrspuren auf der A7 wurde Platz für die Baumaschinen geschaffen.

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Nicht nur der Verkehr auf der A7 wurde durch die schmaleren Fahrstreifen beeinflusst, auch für den Verkehr auf den Regionalstraßen in Stellingen gab es Einschränkungen. Der Verkehr auf der Brücke des Wördemanns Wegs ist ab Mai nur noch ein Fahrstreifen frei. Der Verkehr wird je Fahrtrichtung abwechselnd mit einer Ampelschaltung einspurig über die Brücke geführt. Ein Zustand, der mit der einspurigen Behelfsbrücke 4 Jahre dauern wird. Ebenso ist der Verkehr der Nebenstraßen eingeschränkt. Auch auf dem Eimsbüttler Marktplatz finden ab Anfang Mai Bauarbeiten statt. Die Kieler Straße und die Auffahrt Stellingen sollen entlastet werden und mehr Verkehr wird zur Anschlussstelle Volkspark gelenkt. Diese Arbeiten sollen Anfang Juni fertig sein.

 

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Auf dem ehemaligen Standstreifen wird Erde aufgeschüttet. Um Platz für die Baumaschinen hinter der bauzeitlichen Lärmschutzwand zu schaffen, wird damit eine ausreichend breite Bohrebene hergestellt.

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In Stellingen selbst ist es aber erst der Anfang von 4 Jahren Bauzeit und auch die Verkehrsbehinderungen sind noch nicht auf ihrem Höhepunkt. Wegen der A7-Vollsperrung im Mai und Juni entstanden Staus auf den Umleitungsstrecken Kieler Straße und Holsteiner Chaussee. Im September wird sich das für ein ganzes Wochenende wiederholen. Beim Bau der ersten Tunnelhälfte für den Stellinger Deckel wird die Einfahrt zur A7 in Richtung Norden 2 Jahre lang verlegt. Dann muss der Gegenverkehr gekreuzt werden, was den Verkehr noch weiter behindern wird.

 

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Nachdem die Lärmschutzmauer abgetragen ist, wird von einem Bagger mit einer großen Schere das Fundament der Mauer abgeknabbert (links). Zum Schluss wird die Oberfläche für die Baumaschinen befestigt (rechts).

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Ein Gutes hat der ganze Aufwand am Ende doch. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird es nach 40 Jahren Autobahnlärm für die Anwohner ruhiger und auf der breiteren A7 soll man nicht mehr so lange im Stau stehen, vorausgesetzt, die örtlichen Straßen verkraften die gestiegene Zahl von Fahrzeugen von der Autobahn.

Feierlicher Baubeginn

des A7-Tunnels Stellingen

am 29. April 2016

 

Baubeginn Stellinger Deckel 1

Die Gäste füllen langsam den Platz für den feierlichen Baubeginn des Stellinger Deckels. Rechts auf dem Platz der vorbereitete Startknopf für den Baubeginn, hinten auf der anderen Autobahnseite vor den Häusern ein schon fertiges Teilstück der provisorischen Lärmschutzwand.

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Am 29. April 2016 wurde der feierliche Baubeginn zum Stellinger Deckel vollzogen. Dazu wurde der Anfang des Theodor Schäfer Damms abgesperrt um eine Rednerbühne und ein Festzelt aufzustellen. Um 15:00 Uhr kamen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt aus Berlin und der Hamburger Verkehrssenator Frank Horch und hielten Ansprachen zum Baubeginn. Vorher wurden sie vom Technischen Geschäftsführer der DEGES Dirk Brandenburger begrüßt. Dirk Brandenburger würdigte in seiner Ansprache die, an den Planungen beteiligten und die anwesenden Vertreter der Baufirmen, die in den nächsten 4 Jahren den Stellinger Deckel bauen sollen. Dann begrüße er alle anwesenden Vertreter von Behörden und Hamburger Regionalpolitik, die mit dem A7-Ausbau und dem Tunnelbau befasst waren. Besonders die anwesenden Mitglieder von Stellinger Institutionen, Vereinen und Bürgern wie Stellinger Bürgerverein und Stellinger Bürgerkomitee, die seit über 10 Jahren die Planungen begleitet und viele nützliche Anregungen geben konnten, wurden namentlich begrüßt.

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Baubeginn Stellinger Deckel, Ansprache Dirk Brandenburger

Der Technische Geschäftsführer der DEGES, Dirk Brandenburger, hält seine Ansprache zum offiziellen Baubeginn des Stellinger Deckels, daneben Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch.

Minister Dobrindt würdigte den Stellinger A7-Abschnitt als eines der am stärksten belasteten Autobahnstücks und bezeichnete den Stellinger Deckel als einen der am innovativsten Verkehrstunnel Deutschlands. Der Tunnel ist die Modernisierung eines Schlüsselabschnitts der A7. Für den ca 1,9 Kilometer langen Stellinger Abschnitt werden ca. 190 Millionen Euro investiert. Der A7-Ausbau sorgt dafür, dass der Verkehr besser fließen kann und der Stellinger Tunnel bedeutet mehr Lebensqualität vor Ort. Die 10-Streifigkeit in Stellingen ist bundesweit einzigartig und wird während der Bauzeit wahrscheinlich viele technisch interessierte Besucher hierher kommen werden. Das Fertigstellungsdatum von 2020 ist ebenso beeindruckend. Ebenso sind die übrigen Maßnahmen, wie der 80 Millionen teure Neubau der 400 Meter langen Langenfelder Brücke, im Zeitplan und werden bis 2018 fertiggestellt werden. Der Minister geht davon aus, dass diese positiven Nachrichten auch in Zukunft so weitergehen.

Auch betonte er das gute persönliche Verhältnis mit Senator Horch, mit dem er in enger Abstimmung ist, wenn es um Verkehrsfragen geht, die auch den Bund betreffen. Das spiegelt sich auch am neuen Entwurf des Bundesverkehrswegeplans wieder, in dem 2,5 Milliarden Euro für Hamburg stehen, gegenüber früheren Verkehrswegeplänen mit unter einer Milliarde. Das zeigt, welche Bedeutung der Bund der Stadt bei der Verkehrspolitik beimisst. Mit der Steigerung von Investitionen in die Infrastruktur werden wir, wo es am dringendsten notwendig ist, wo Anwohner am stärksten belastet sind und die Verkehre weiter zunehmen, Entlastungen bringen. Das ist eine Verkehrspolitik, die ihren Namen verdient, weil sie es kombiniert, dass der Verkehr fließt und die Menschen nicht weiter davon belastet werden. Wenn es mal Schwierigkeiten gebe, haben wir einen engen Draht miteinander, der dafür sorgt, das die Probleme behoben werden.

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Baubeginn Stellinger Deckel kurz vor dem Drücken des Startknopfes

Nur noch Sekunden vor dem Drücken des Startknopfes für den offiziellen Baubeginn des Stellinger Deckels. Die Hamburger Bundestagsabgeordneten aus dem Hamburger Bezirk Eimsbüttel wurden dazugebeten.

Senator Horch begrüßte ebenfalls die Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft und besonders die Initiativen in Stellingen für die nicht einfache aber kooperative Zusammenarbeit. Er bezeichnete dies als guten Tag für Hamburg und Norddeutschland. Senator Horch freut sich, den Baubeginn des Tunnels der A7 in Stellingen zu feiern. Nicht weit von hier an der Langenfelder Brücke konnte im Sommer 2014 mit den ersten Bauarbeiten mit dem Ausbau begonnen werden. Inzwischen ist der Fortschritt dieses zukunftsweisenden Projektes nicht zu übersehen und wir sind jetzt in der Lage den Ausbau der A7 in Stellingen auf voller Länge zu starten. Dafür waren ungemein umfangreiche Planungen und Vorleistungen und eine wahre Maßarbeit erforderlich, die hier geleistet werden musste. Die A7 ist eine der wichtigsten Hauptschlagadern für den Personen- und den Güterverkehr hier im Norden Europas für Hamburg und die Bundesrepublik. Hier auf dem Autobahnabschnitt in Stellingen sind mehr als 50 Millionen Kfz pro Jahr mit einem Schwerlastverkehrsanteil von rund 15 % unterwegs. Es ist nur richtig die A7 fit für die Zukunft zu machen, davor kann man sich nicht wegducken. Eine Balance zwischen verkehrlichen Anforderungen, Schutz der Umwelt und Lebensqualität der Menschen hier zu schaffen, ist eine erste und allerhöchste Priorität. So ist im Jahr 2020 die Eröffnung des zweiten von insgesamt drei neuen Hamburger Deckeln hier geplant. Die umfangreichen Maßnahmen haben sich bewährt und man spricht mittlerweile von einem der bestgemanagten Autobahnvorhaben in der Republik. Die Fertigstellung der umfangreichen Lärmschutzmaßnahmen bei diesem Ausbauprojekt wird für die direkten Anlieger eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität ausmachen und alle Verkehrsteilnehmer werden vom Ausbau profitieren.

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Baubeginn des Stellinger Deckels, Verkehrsminister Alexander Dobrindt wird interviewt.

Nach dem offiziellen Start der Bauarbeiten zum Stellinger Deckel wurde Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt genau wie Verkehrssenator Frank Horch und andere mehrfach zu Details des Stellinger Deckels interviewt.

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Nach den Ansprachen schritten alle zur Tat. Mit dem symbolischen Knopfdruck begannen offiziell die Arbeiten zum Stellinger Deckel. Mit dem Startknopf setzte sich der neben den versammelten Gästen der riesige Bohrer in Bewegung und bohrte ein Loch für die Widerlager der bauzeitlichen provisorischen Brücke des Wördemanns Wegs über der A7. Mit diesem Startschuss für den Stellinger Autobahntunnel der A7 wurde ein weiterer Bauabschnitt von Deutschlands größter und längsten Autobahnbaustelle eröffnet. Nach dem offiziellen Teil des feierlichen Baubeginns wurden die Gäste in das aufgestellte Zelt gebeten. Hier konnte man sich über die Bauarbeiten und den noch zu regelnden Problemen austauschen. Medienvertreter nutzten die Zeit für weitere Interview und bei kleinen Stärkungen fanden etliche Gespräche zwischen Politikern, DEGES- und Behördenmitarbeitern, Baufirmenmitarbeitern und Vertretern von Stellinger Vereinen und Initiativen statt.

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Die alte Lärmschutzmauer wird abgebrochen.

Schon seit zwei Monaten laufen die Vorarbeiten für den Stellinger Deckel. Hier wird die alte Lärmschutzmauer, welche die Häuser am Nienredder bisher vor dem Verkehrslärm schützte, von der Autobahnseite her abgebrochen. Ein Mann auf der Hebebühne löst die Mauerteile und der Kran, so hoch wie die Häuser nebenan, hebt sie heraus. Von der Autobahn aus werden sie dann per Lkw abtransportiert. Zur selben Zeit wird zwischen Häusern und alter Lärmschutzmauer eine provisorische Lärmschutzwand errichtet, die während der 4 Jahre Bauzeit die Anwohner vor Verkehrs- und Baulärm schützen soll.

Der Stellinger Deckel –

– ein Traum wird wahr!

Als Anwohner 2005 vom geplanten Ausbau der Autobahn A7 hörten und nebenbei erfuhren, dass dafür Teile ihrer Grundstücke benötigt würden, ließen sie sich von einem Anwalt über ihre Möglichkeiten, Gesetze und Vorschriften informieren. Der sagte unter anderem, das er bei einer anderen Autobahn mit dafür gesorgt hätte, das die Anwohner für ihre Häuser neben der Autobahn anderswo neue bekommen hätten. Die Anwohner im Imbekstieg gründeten eine Interessengemeinschaft. Nach einigen Überlegungen wollten etliche Anwohner gleichfalls anderswo neue Häuser, um dafür ihre Grundstücke komplett mit den Häusern für den A7-Ausbau zu räumen. Altenativ schlug ich vor, einen Lärmschutzdeckel zu fordern und hier wohnen zu bleiben, da nur Teile der Grundstücke für den A7-Ausbau benötigt würden.

Die Antwort einer Nachbarin:  „Träum weiter!“

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Neben der A7, Imbekstieg

Erste Arbeiten auf dem Seitenstreifen der A7 unterhalb der alten Lärmschutzmauer vor dem Imbekstieg.

 

Anschließend lernte ich Nachbarn, mit denen man vorher jahrzehntelang gut und freundschaftlich ausgekommen ist, von einer Seite kennen, auf die ich gern verzichtet hätte. Ich träumte nicht, sondern gründete mit gleich gesinnten anderen Anwohnern eine Initiative für einen Stellinger Deckel. Später kamen mit dem Stellinger Bürgerkomitee weitere Anwohner, Vereine und Parteien hinzu.

Von Behörden wurden Pläne gemacht und geändert und Termine wurden angekündigt und verschoben. Wir führten Gespräche, organisierten Veranstaltungen und informierten uns und andere. Im März 2007 kam es zu einem Gespräch der Stellinger Deckel Initiative mit dem damaligen Hamburger Senator Axel Gedaschko über den A7-Ausbau und Möglichkeiten eines Autobahndeckels. Kurz danach wurde Hamburg noch 2007 Mitglied der DEGES, die vorher nur in den neuen Bundesländern mit dem Autobahnbau befast war.

Ein neues Gutachten der DEGES ergab, ein nach den Vorschriften ausreichender Lärmschutz in Stellingen ist nur mit einem Lärmschutzdeckel über der A7 zu erreichen. Am 21. Dezember kam das Gutachten mit dem in Stellingen notwendigen Autobahndeckel als Weihnachtsgeschenk 2007 gerade recht. Aus dem Traum vieler Anwohner sollte jetzt ein Plan und später Wirklichkeit werden. Nach 40 Jahren Lärmbelastung, welche die Anwohner zum Nutzen der Autofahrer ertragen mussten, soll Abhilfe geschaffen werden. Nachdem sie 40 Jahre Nachteile für die Allgemeinheit in kauf nehmen mussten, sollen sie wieder allen anderen gleichgestellt werden. Der Deckel bringt den Anwohnern keinen Gewinn, er hebt nur die jahrzehntelang erduldeten Nachteile und Albträume wieder auf.

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Ein „Traum“ wird wahr?

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Nein!

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Der „Albtraum“ mit dem ohrenbetäubenden und gesundheitsschädlichen Verkehrslärm geht in Stellingen zu Ende.

 Neben der A7, Theodor Sch. Damm

Die ersten Teile der Lärmschutzmauer neben dem Theodor Schäfer Damm werden abgebaut, auf Lkw verladen und abtransportiert.

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Von 2008 bis 2013 wurde für den A7-Ausbau in Stellingen geplant und geändert. Mit dem Planfeststellungsbeschluss vom 23.8.2013 wurde auch der Stellinger Deckel amtlich beschlossen. Nach weiteren Verhandlungen über Entschädigungen und Kaufpreise mit den Anwohnern wurde der Beschluss für den Deckel 2015 rechtsgültig.

Jetzt, 2016, beginnt der ursprüngliche Traum vom Stellinger Deckel und Beseitigung der lange erduldeten Nachteile, Wirklichkeit zu werden. Im Februar begannen mit dem Fällen der Bäume neben der Autobahn die ersten vorbereitenden Arbeiten für den Deckel. Die provisorische Leitungsbrücke im Verlauf des Wördemanns Wegs wurde schon 2015 gebaut. Der eigentliche Tunnelbau soll in der zweiten Jahreshälfte 2016 beginnen. Die Bauzeit von 4 Jahren bis 2020 ist im Vergleich zu den bisherigen Planungen verhältnismäßig kurz. Sie wird mit der provisorischen Lärmschutzwand, die Baulärm und Verkehrslärm unter den jetzigen Pegel von um 75 dB(A) drücken soll, zu überstehen sein.

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Neben der A7, T.Sch.Damm, Wördemanns Weg

Die Bäume neben der A7 vor dem Theodor Schäfer Damm wurden gerodet. Hier soll neben der Brücke des Wördemanns Wegs die Behelfsbrücke entstehen.

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Neue Mieter, etliche mit Kindern, sind schon Anfang 2016 in die, von der Saga gekauften Häuser im Imbekstieg, in Hinsicht auf die Zukunft mit dem Deckel eingezogen. Sie werden zusammen mit den hiergebliebenen Anwohnern in wenigen Jahren die Früchte des Durchhaltens gegen alle Widrigkeiten genießen können. Ein Durchhalten, an dem die aktiven Anwohner, die Initiative Stellinger Deckel sowie das Stellinger Bürgerkomitee und einige Mitarbeiter von Behörden und der DEGES alle ihren Anteil geleistet haben. Trotz der über ein Jahrzehnt dauernden zeitaufwendigen Mühen mit Behörden und Planern und unerfreulichen Vorkommnissen vor Ort hat es sich gelohnt, weil der Deckel Wirklichkeit wird.

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Neben der A7, Nienredder, Leitungsbrücke

Im Nienredder wurde hinter der Lärmschutzmauer bis zum März 2016 alle Bäume gefällt und der gesamte Bewuchs entfernt. Zwischen Bauzaun und Hauseingängen bleibt ein schmaler Fußweg, hinten ist die provisorische Leitungsbrücke über der A7 zu sehen.

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