Der Stellinger Deckel –

– ein Traum wird wahr!

Als Anwohner 2005 vom geplanten Ausbau der Autobahn A7 hörten und nebenbei erfuhren, dass dafür Teile ihrer Grundstücke benötigt würden, ließen sie sich von einem Anwalt über ihre Möglichkeiten, Gesetze und Vorschriften informieren. Der sagte unter anderem, das er bei einer anderen Autobahn mit dafür gesorgt hätte, das die Anwohner für ihre Häuser neben der Autobahn anderswo neue bekommen hätten. Die Anwohner im Imbekstieg gründeten eine Interessengemeinschaft. Nach einigen Überlegungen wollten etliche Anwohner gleichfalls anderswo neue Häuser, um dafür ihre Grundstücke komplett mit den Häusern für den A7-Ausbau zu räumen. Altenativ schlug ich vor, einen Lärmschutzdeckel zu fordern und hier wohnen zu bleiben, da nur Teile der Grundstücke für den A7-Ausbau benötigt würden.

Die Antwort einer Nachbarin:  „Träum weiter!“

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Neben der A7, Imbekstieg

Erste Arbeiten auf dem Seitenstreifen der A7 unterhalb der alten Lärmschutzmauer vor dem Imbekstieg.

 

Anschließend lernte ich Nachbarn, mit denen man vorher jahrzehntelang gut und freundschaftlich ausgekommen ist, von einer Seite kennen, auf die ich gern verzichtet hätte. Ich träumte nicht, sondern gründete mit gleich gesinnten anderen Anwohnern eine Initiative für einen Stellinger Deckel. Später kamen mit dem Stellinger Bürgerkomitee weitere Anwohner, Vereine und Parteien hinzu.

Von Behörden wurden Pläne gemacht und geändert und Termine wurden angekündigt und verschoben. Wir führten Gespräche, organisierten Veranstaltungen und informierten uns und andere. Im März 2007 kam es zu einem Gespräch der Stellinger Deckel Initiative mit dem damaligen Hamburger Senator Axel Gedaschko über den A7-Ausbau und Möglichkeiten eines Autobahndeckels. Kurz danach wurde Hamburg noch 2007 Mitglied der DEGES, die vorher nur in den neuen Bundesländern mit dem Autobahnbau befast war.

Ein neues Gutachten der DEGES ergab, ein nach den Vorschriften ausreichender Lärmschutz in Stellingen ist nur mit einem Lärmschutzdeckel über der A7 zu erreichen. Am 21. Dezember kam das Gutachten mit dem in Stellingen notwendigen Autobahndeckel als Weihnachtsgeschenk 2007 gerade recht. Aus dem Traum vieler Anwohner sollte jetzt ein Plan und später Wirklichkeit werden. Nach 40 Jahren Lärmbelastung, welche die Anwohner zum Nutzen der Autofahrer ertragen mussten, soll Abhilfe geschaffen werden. Nachdem sie 40 Jahre Nachteile für die Allgemeinheit in kauf nehmen mussten, sollen sie wieder allen anderen gleichgestellt werden. Der Deckel bringt den Anwohnern keinen Gewinn, er hebt nur die jahrzehntelang erduldeten Nachteile und Albträume wieder auf.

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Ein „Traum“ wird wahr?

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Nein!

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Der „Albtraum“ mit dem ohrenbetäubenden und gesundheitsschädlichen Verkehrslärm geht in Stellingen zu Ende.

 Neben der A7, Theodor Sch. Damm

Die ersten Teile der Lärmschutzmauer neben dem Theodor Schäfer Damm werden abgebaut, auf Lkw verladen und abtransportiert.

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Von 2008 bis 2013 wurde für den A7-Ausbau in Stellingen geplant und geändert. Mit dem Planfeststellungsbeschluss vom 23.8.2013 wurde auch der Stellinger Deckel amtlich beschlossen. Nach weiteren Verhandlungen über Entschädigungen und Kaufpreise mit den Anwohnern wurde der Beschluss für den Deckel 2015 rechtsgültig.

Jetzt, 2016, beginnt der ursprüngliche Traum vom Stellinger Deckel und Beseitigung der lange erduldeten Nachteile, Wirklichkeit zu werden. Im Februar begannen mit dem Fällen der Bäume neben der Autobahn die ersten vorbereitenden Arbeiten für den Deckel. Die provisorische Leitungsbrücke im Verlauf des Wördemanns Wegs wurde schon 2015 gebaut. Der eigentliche Tunnelbau soll in der zweiten Jahreshälfte 2016 beginnen. Die Bauzeit von 4 Jahren bis 2020 ist im Vergleich zu den bisherigen Planungen verhältnismäßig kurz. Sie wird mit der provisorischen Lärmschutzwand, die Baulärm und Verkehrslärm unter den jetzigen Pegel von um 75 dB(A) drücken soll, zu überstehen sein.

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Neben der A7, T.Sch.Damm, Wördemanns Weg

Die Bäume neben der A7 vor dem Theodor Schäfer Damm wurden gerodet. Hier soll neben der Brücke des Wördemanns Wegs die Behelfsbrücke entstehen.

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Neue Mieter, etliche mit Kindern, sind schon Anfang 2016 in die, von der Saga gekauften Häuser im Imbekstieg, in Hinsicht auf die Zukunft mit dem Deckel eingezogen. Sie werden zusammen mit den hiergebliebenen Anwohnern in wenigen Jahren die Früchte des Durchhaltens gegen alle Widrigkeiten genießen können. Ein Durchhalten, an dem die aktiven Anwohner, die Initiative Stellinger Deckel sowie das Stellinger Bürgerkomitee und einige Mitarbeiter von Behörden und der DEGES alle ihren Anteil geleistet haben. Trotz der über ein Jahrzehnt dauernden zeitaufwendigen Mühen mit Behörden und Planern und unerfreulichen Vorkommnissen vor Ort hat es sich gelohnt, weil der Deckel Wirklichkeit wird.

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Neben der A7, Nienredder, Leitungsbrücke

Im Nienredder wurde hinter der Lärmschutzmauer bis zum März 2016 alle Bäume gefällt und der gesamte Bewuchs entfernt. Zwischen Bauzaun und Hauseingängen bleibt ein schmaler Fußweg, hinten ist die provisorische Leitungsbrücke über der A7 zu sehen.

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