Stellingens alte Grenze

Früher, als Hamburg noch eine kleine Stadt war, war Stellingen eine wohlhabende eigenständige Gemeinde. Hamburg und Stellingen waren durch eine Grenze mit Zollpflicht getrennt. Diese Grenze trennte früher nicht nur zwei selbstständige Gemeinwesen, sondern zwei Staaten. Zeitweise fanden feindliche Gefechte statt, so 1813/14 zwischen den Franzosen in Hamburg und den Dänen und Russen in Stellingen.

Erst nach dem deutsch-dänischen Krieg wird Schleswig-Holstein und Stellingen preußisch, die Grenze zu Hamburg und Altona bleibt.

Um das Gemeindevermögen für Stellingen zu sichern, werden ab 1910 das Wasserwerk mit dem Wasserturm, das Stellinger Rathaus und die Sportplätze am Sportplatzring gebaut. Diese Bauwerke bleiben auch, nachdem Stellingen 1927 zwangsweise nach Altona eingemeindet wurde. Zehn Jahre später kam Stellingen mit Altona nach Hamburg, was durch den Gebietszuwachs 1937 zu Groß-Hamburg wurde.

Das Groß-Hamburg-Gesetz ist heute 75 Jahre alt, und die ehemals Stellinger Vermögenswerte sind weg.

Der Wasserturm wurde nicht mehr gebraucht, er wurde vom Hamburger Wasserwerk verkauft und zu einem Wohnturm umgebaut. Das Stellinger Rathaus wurde von Hamburg verkauft, um Hamburger Schulden zu bezahlen. Der Sportplatz soll noch auf Hamburger Rechnung für Wohnbebauung verkauft werden, um Hamburgs wachsende Bevölkerung unterzubringen. Das nennt sich dann neue Stellinger Mitte.

Den Stellingern selber ist nicht viel geblieben, den Nutzen hatten andere. Geblieben ist die Erinnerung und die Grenze, die heute den Stadtteil Stellingen von den anderen Hamburger Stadtteilen trennt.

An einer Stelle ist die Grenze noch zu sehen. Einige Steine kennzeichnen das Gebiet des ehemaligen Preußen, zu dem Stellingen gehörte und Hamburg. Auf der Högenstraße, am Ende zum Langenfelder Damm, ist dieser Rest heute noch sichtbar.

 

Grenzstein auf der Högenstraße

Grenzstein auf der Högenstraße

Ein Stein auf der Högenstraße mit H und P. H für Hamburg und P für Preußen, auf dessen Gebiet Stellingen lag

 Grenzstein auf dem Fußweg der Högenstraße

Ein Stein mit P und H auf dem Fußweg der Högenstraße, H auf der Hamburger Seite und P für Preußen

 

Eine Reihe von Steinen auf dem Straßenpflaster markiert den Verlauf von Stellingens Grenze auf der Högenstraße

 

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