Die Güterumgehungsbahn zum Dritten

Ersatzneubau der Brücke über der A7

Vollsperrunung der A7 in Stellingen

Über den Ersatzneubau der Brücke über die A7 für die Güterumgehungsbahn hat ein Mitarbeiter der DEGES auf der Sitzung des Eimsbüttler Stadtplanungsausschusses am 17. Januer informiert. Ebenfalls dazu berichtete Herr Wulff, Leiter Verkehr und Prävention im Stellinger Polizeikommissariat auf der Sitzung des Stellinger Regionalausschusses am 23. Januar darüber.

Von Freitag dem 23. März 22:00 Uhr bis um 6:00 Uhr am Montag dem 26. März wird die A7 zwischen dem Autobahndreieck Nordwest und der Anschlussstelle Stellingen in beiden Richtungen voll gesperrt werden. An diesem Wochenende soll eine neue Brücke für die Güterumgehungsbahn über die A7 gebaut werden.. Dafür wird ein 700-Tonnen-Kran gebraucht, der auf der Autobahn stehen muss.

Im November 2011 werden Bohrpfähle an den zukünftigen Lagern der neuen Brücke gebohrt.

Erst wird mit dem Kran die alte Brücke aus ihren Lagern gehoben und auf der westlichen Seite der Autobahn abgelegt. Danach können die alten Lager abgerissen werden. Die neuen Lager werden schon seit dem letzten Jahr unter den Gleisen der Güterumgehungsbahn neu gebaut. Deswegen mussten im November 2011 Stützen für die vorhandene Brücke und Bahngleise ins Erdreich gebohrt werden. Die Fußgängerbrücke neben den Gleisen wurde an beiden Enden mit vorgefertigten Teilen verlängert. Diese Arbeiten wurden ebenfalls an einem Wochenende mit einer Vollsperrung ausgeführt. Damals aber nicht die Autobahn, sondern der Kollauwanderweg, der vom 25.11. bis zum 28.11.2011 nicht passierbar war.

Hinter den alten Lagern der Brücke ist das Erdreich entfernt worden um die neuen Lager zu bauen. Der Kollauwanderweg wurde mit provisorischen Holzbrücken verlängert und die Eisenbahngleise werden durch die Bohrpfähle gestützt.

Die Fundamente der neuen Lager sind Anfang Februar gebaut worden. Bis zum März muss auch der Rest der Lager fertig sein. Der Termin für den neuen Brückenschlag hatte eine Vorlaufzeit von einem halben Jahr. Falls es am geplanten Wochenende nicht klappen sollte, verzögert sich der Bau wegen dieser langen Vorlaufzeit um ein weiteres halbes Jahr mit unabsehbaren Folgen für den zeitlichen Ablauf des A7-Ausbaus. Dieser Ausbau ist der Grund für den Brückenersatzneubau. Die Kosten für die neue Brücke betragen 4,5 Millionen €uro.

Hinter den alten Lagern der Brücke ist im Zwischenraum das Fundament der neuen Lager in Bau.

 

Die neue Brücke der Güterumgehungsbahn liegt schon in einem Stück neben der A7. Sie braucht nur noch auf die neuen Lager aufgesetzt werden.

Die alte Brücke ist nur 35 Meter lang. Die verbreiterte Autobahn wird aber rund 50 Meter breit sein. Deswegen muss eine 50 Meter lange Brücke neu gebaut werden. Die eigentliche Brücke wiegt 255 Tonnen und wird vorher auf der Ostseite der Autobahn vormontiert. Am besagten Wochenende wird die vorgefertigte Brücke in einem Stück auf die inzwischen gebauten Lager aufgesetzt. Danach müssen die Gleise mit neuem Schotter, Oberleitungen und sonstigen Kabel wieder verbunden werden. Das alles soll an dem einen Wochenende geschehen.

Ein großer LKW unter der Brücke der Güterumgehungsbahn auf dem Olloweg, einer kleinen Wohnstraße, die wirklich nicht für solche Fahrzeuge gebaut wurde.

Schon seit 2011 werden Stellingens Straßen vom Bauverkehr belastet. Nur auf der Ostseite der Autobahn wurde eine Zufahrt von der Autobahn auf die Baustelle eingerichtet. Auf der Westseite fahren die Baumaschinen und Lkws über den Olloweg, der für solche Belastungen nicht ausgelegt ist. Unter der Brücke der Güterumgehungsbahn über den Olloweg haben die großen Fahrzeuge kaum einen Zentimeter Platz. Schrammen unter der Brücke zeugen von den Kollisionen.

Der LKW wird von einem Bagger mit Erde beladen. Der erst 2006 gebaute Lärmschutzwall wird wegen der A7 Verbreiterung und dem Ersatzneubau der Güterumgehungsbahnbrücke wieder abgetragen.

An normalen Tagen fahren bis zu 150.000 Fahrzeuge zwischen Stellingen und dem Autobahndreieck Nordwest. Diese Fahrzeuge müssen für dieses Wochenende umgeleitet werden. Zur Vorbereitung und Information der Autofahrer sollen schon vorher Hinweisschilder an der Autobahn aufgestellt werden. Diese Schilder informieren alle über die bevorstehende Vollsperrung. So könnten alle nicht notwendigen Fahrten unterbleiben oder verschoben werden. Es wird auch auf die geplanten Umleitungsstrecken hingewiesen. Großräumig sollen die Fahrzeuge ab Neumünster über die A21 und A1 um Hamburg herumgeleitet werden. Die Strecke führt über die Elbbrücke der A1 und man gelangt bei Maschen wieder auf die A7. In der Gegenrichtung umgekehrt.

Die örtliche Umleitung in Richtung Süden erfolgt von der A7 über die Ausfahrt Eidelstedt. Es geht ab Eidelstedt über die Holsteiner Chaussee, Eidelstedter Platz und Kieler Straße weiter zur Auffahrt Stellingen. In Richtung Norden führt der gleiche Weg umgekehrt.

Ein Dauerstau von Freitag bis Montag ist damit vorprogrammiert. Die normal schon ausgelasteten Straßen in Stellingen und Eidelstedt sind nicht in der Lage, auch nur einen Teil der 150.000 zusätzlichen Fahrzeuge zu verkraften. Der HVV erwägt, an diesem Wochenende möglicherweise den Busverkehr in dem Gebiet einzustellen. Die Polizei erklärte auf der Sitzung des Regionalausschusses Stellingen, man solle nicht mit dem eigenen Auto fahren, sondern zu Fuß gehen oder S- und U-Bahnen benutzen. Unverständnis erregte die Ankündigung, keine zusätzlichen Polizeikräfte zur Verkehrsregelung bereitzustellen. Lediglich etwas geänderte Ampelschaltungen sollen für den Verkehrsfluss sorgen. Bei jedem Fußballspiel im Stadion wird extra Polizei eingesetzt, nur bei diesem Ausnahmeereignis soll das nicht notwendig sein? Im Regionalausschuss wurde das angezweifelt.

Stau auf der Kieler Straße in Stellingen. Im Hintergrund die Brücke der Güterumgehungsbahn über der Kieler Straße. Ein Bild wie wahrscheinlich im März.

Auch im Stellinger Bürgerkomitee wurde dieser Zustand kritisiert. Ebenso die Tatsache, dass nur eine Ausweichstrecke geplant ist. Der Verkehr sollte auf mehrere Aus- und Einfahrten und Umleitungsstrecken verteilt werden, um den Verkehr nicht gänzlich zum erliegen zu bringen. Was passiert z.B., wenn eine Vollsperrung der Kieler Straße erfolgen muss? So gehabt erst am Freitag den 27. Januar wegen einem Feuerwehreinsatz und am Freitag den 3. Februar wegen einem Verkehrsunfall nahe der Auffahrt Stellingen. Der enorme Verkehr an dem Wochenende wird seinerseits Unfälle begünstigen. Weitere mögliche Umleitungsstrecken wurden gefordert. Weiter wurde vermutet, dass die geplante Vollsperrung der A7 auch als Testfall für den Ausbau der A7, in Stellingen auf 10 Fahrstreifen, dienen wird. Ein so langwieriges und aufwendiges Projekt wird wohl auch zukünftig nicht ohne zeitweilige Vollsperrungen durchführbar sein. Die Güterumgehungsbahn ist eben nicht die einzige Brücke im Stellinger Bauabschnitt. Die provisorische Brücke für den Wördemanns Weg wird ähnlich der Güterumgehungsbahn vorgefertigt und im Ganzen auf die provisorischen Lager gesetzt. Die neue Brücke Niendorfer Gehege wird vor dem Abriss der alten Brücke nördlich daneben neu gebaut. Nach Fertigstellung wird die Fahrbahn Niendorfer Gehege umgeschwenkt. Es gibt also noch etliche Gründe, warum sich der komplette Autobahnverkehr möglicherweise durch Eidelstedt und Stellingen quälen muss.

Das Thema der A7-Vollsperrung ist auch für die nächste Sitzung des Stellinger Bürgerkomitees vorgesehen. Das auch deshalb, weil das Ereignis der Vollsperrung der A7 in zeitliche Nähe rückt.

Advertisements